Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politiker

Aus den virtuellen Strömtreffs wird jetzt ein eigener Raum Hier treffen wir uns an bestimmten Tagen, um gemeinsam Strömsequenzen zu strömen und unsere Erfahrungen dabei auszutauschen. Jeden Monat ist ein anderes Mitglied dafür zuständig.

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AnnSophie
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Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politiker

Beitrag von AnnSophie » Samstag 14. November 2015, 09:55

Hallo Ihr Lieben,

irgendwie macht mich der Terroranschlag von gestern irgendwie selbst sehr betroffen. Vielleicht auch die Hilflosigkeit demgegenüber, gerade auch mit dem neuen Wissen/Glauben, das Leben macht keine Fehler. Dem Wissen, dass man durch das bekämpfen etwas stärkt. Lässt mich im Moment etwas ratlos zurück.

Und ich hatte den Impuls spontan - in die Hilfslosigkeit hinhein - heute und die Tage für die Betroffenen, Verletzte, Angehörige, Sicherheitskräfte und Politiker zu strömen für ein möglichst gutes Verarbeiten des fast Unverarbeitbaren (#14), das Loslassen/Erden/Heilen desselben (#15), für das entstehen ein neues Bild eines wohltuenden, friedvollen Zusammenlebens (#13), die Trauer/Loslassen/gesunder Menschenverstand :ringfinger: und irgendwie hab ich noch die große Umarmung (#26), das Urei, das uns alle miteinander verbindet.

: 26

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Klee
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von Klee » Samstag 14. November 2015, 10:30

Danke für Deinen Beitrag,

Robert Betz sagt, wenn wir den Frieden wollen, müssen wir durch den Unfrieden gehen, dann offenbart er sich und kommt an die Oberfläche. Ich hoffe er hat Recht, Unfrieden gibts ja schon genug, doch könnte es auch erst der Anfang sein.


Und ich weiß nicht so recht, ob wir immer für alles Strömen können und damit die Welt heilen, ich meine der Schlüssel zum Frieden ist, sich auf sich selbst besinnen, in Frieden mit sich selbst sein und es schlußendlich auch nach außen abstrahlen. Wenn wir das schaffen und genug sind (nach der Theorie der morphogenetischen Feldern) wird sind das Blatt wenden.

So ströme ich heute in erster Linie für mich und meinen Frieden und schlußendlich damit für alle.

Herzlichst
Klee

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ate2011
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von ate2011 » Samstag 14. November 2015, 10:42

Danke auch für den Beitrag, selbst halte ich es wie Klee. Auch wenn wir nur
für uns selbst strömen, so strahlen wir doch an unsere Umwelt aus.
Die jetzige Zeit kann auch Ängste hervorrufen, also hab ich zu tun, mich
selbst geerdet und in meiner Balance zu halten.
Grüßle ate :danke:
"pure awareness"

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AnnSophie
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Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffenen & uns

Beitrag von AnnSophie » Samstag 14. November 2015, 10:57

:danke: , liebe Klee!

Da hast Du absolut recht, wir können die Welt nur in uns selbst heilen und das kann/wird dann hoffentlich irgendwann nach außen austrahlen (das war ja auch der Sinn meiner Signatur bis gestern) Mein erster Titel für den Beitrag war dementsprechend so wie jetzt für diesen Beitrag mit dem klaren Bezug zu uns/mir.

Irgendwie trifft es mich heute deutlich mehr als bei Charlie Hebdo, vielleicht auch weil das "Das Leben macht keine Fehler" seit Januar in mir doch etwas gewachsen ist und so wieder auf einen Prüfstein gestellt wird. Vielleicht auch weil ich zwischendurch gespürt hab, was das Attentat im Januar mit dem Klima in Frankreich bewegt hat...

Es ist mein eigenes Anliegen es für mich wohltuend zu verarbeiten, erden und in Gottes Hände geben zu können - da bin ich bei Euch.

& Übrigens ist es übergriffig ungefragt für jemand anders zu strömen.... also das ganze ist bei mir noch nicht verarbeitet / zu Ende gedacht. Manchmal denkt aber gemeinsam einfach besser.

Da bin ich ja gespannt wieviel Unfrieden wir als Gesellschaft brauchen, um ihn loszulassen...???...

AnnSophie

:danke: Dir auch Ate, du hast wohl gepostet als ich am schreiben war.
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Cestca
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von Cestca » Sonntag 15. November 2015, 23:31

Hallo

Es ist normal, dass einen das mehr betrifft, was einem nahe ist. Ich war schon mehrmals in Paris. Eine Freundin von mir war vor Ort, am Fussballmatch im Stadion, und ist nach einer schwierigen Nacht (zunächst ohne Unterkunft, weil ihr Hotel mitten im betroffenen Quartier gelegen war und sie nicht dort hin zurück konnten) gestern wohlbehalten zurückgekehrt. Und v.a macht es uns bewusst, dass dies auch bei uns geschehen kann.

Und doch macht mich einiges sehr nachdenklich. Die Welt steht zusammen, es gibt Beileidsbekundungen, Regierungschefs äussern sich, es gibt Versammlungen, Wahrzeichen weltweit werden mit den französischen Farben beleuchtet. Solidarité internationale.

Letzte Woche gab es in Beirut einen Anschlag der IS auf offener Strasse mit über 40 Toten und Dutzenden Verletzten. In Kenya wurden diesen Frühling 147 Menschen, davon 142 Studenten an einer Uni, durch eine islamistische Gruppe ermordet. Die Boko Haram entführte in Nigeria wieder junge Frauen. Das sind "vergleichbare" Anschläge in dem Sinn, dass sie ebenfalls nicht in einem Kriegsgebiet stattfanden. Aber wurde je ein Wahrzeichen in den Farben des Libanon beleuchtet? Gab es irgendwo ausserhalb Kenyas eine Versammlung zum Gedenken an die jungen Terroropfer? Kümmert sich jemand um die Angehörigen der entführten Mädchen?

Ich will das eine nicht gegen das andere aufwiegen und schon gar nicht die Ereignisse in Paris kleinreden. Ich möchte nur auf das extreme Ungleichgewicht aufmerksam machen. Dass uns als Nachbarn Paris nahe geht, ist klar. Aber was denkt wohl ein Betroffener in Beirut/Kenya/Nigeria über das enorme Gewicht, welches die Anschläge in Paris weltweit erhalten, während ein vergleichbares Ereignis bei ihm sozusagen ignoriert wurde?

Und daher: Es gibt weltweit etliche solcher schrecklicher Ereignisse wie jetzt in Paris. Ich kann nur für mich selber strömen und in meinem direkten Umfeld für den Frieden arbeiten. Und das ist ganz gut so. Wenn ich für andere strömen würde: warum sollte ich es für die einen tun und für andere nicht? Würde ich es aber für alle tun wollen, wäre ich komplett überfordert.

Immer noch nachdenklich grüsst
Cestca
Zuletzt geändert von Cestca am Sonntag 15. November 2015, 23:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Kampfkarpfen
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von Kampfkarpfen » Montag 16. November 2015, 07:08

Ich sehe es ähnlich wie Cestca. Wir können weder allen helfen, alle trösten, alle befrieden. Sicher macht es uns betroffener wenn es in einem uns sehr ähnlichem Land so schreckliche Taten gibt. Wir können uns leichter in die Menschen hineinfühlen, wie wenn es in einem andern Kulturkreis stattfindet.
Gewiss findet, egal in welcher Art ob häuslich, oder als Gewaltverbrechen oder mit terroritischen Hintergrund, Gewalt jeden Tag, ja sogar stündlich statt.
Ich für mich versuche in meinem Umfeld Konflikte zu lösen bevor sie eskalieren, mein Tun zu beobachten, und auch mein Handeln dahingehen zu ändern das erst gar keine Problemzonen entsehen. Ich kann für mich strömen und hoffen das ich meine Balance finde und beibehalte.
Ich kann meine Anteilnahme zeigen und ausdrücken und auch ich werde heute Mittag eine Schweigeminute einlegen und all denen Gedenken die zu Opfern wurden, die Verletzt wurden und die geholfen haben und weiter helfen werden den Menschen ihr Leben zurück zu geben dach diesem Trauma.
Grüßle Kampfkarpfen

Schöne Momente kannst du nicht festhalten sie fliegen davon wie eine Pusteblume.
Doch die Erinnerung daran bleibt manchmal eine Weile und manchmal auch für immer.

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Blueberry
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von Blueberry » Dienstag 17. November 2015, 10:02

Hallo ihr Lieben,
Ich bin wohlbehalten wieder zu Hause angekommen, nach diesem sehr speziellen Selbsthilfekurs vom 11-15 November mit Nathalie in Paris.
Am 14. als wir noch alle unter Schock standen, hat sie uns zunächst lange die 17 halten lassen, anschliessend die kleinen Finger und schliesslich die grosse Umarmung.
Es gab Kursteilnehmer, die am 14. nicht kommen konnten, weil bestimmte Busse/ Züge/Metros nicht mehr fuhren...
Am 15. waren dann alle wieder da, aber z.T mit sehr schlechten Neuigkeiten im Bezug auf Freunde/Bekannte/Verwandte....
Ich selbst habe noch nie dermaßen Schiß gehabt, die Metro zu benutzen, wie am Morgen des 14. (Zeigefinger umklammern hat da schlicht gar nix geholfen!), obwohl es dazu überhaupt keinen Grund gab: diese Linie der Metro war so leer wie noch nie zuvor: Folge der durchwachten Nacht mit den Sirenen und Hubschraubern, oder Folge der polizeilichen Anordnung, nicht vor die Tür zu gehen?
Na ja wie auch immer, ich bin jedenfalls zutiefst dankbar dafür, dass sich mein übliches Hotel im 13. Arrondissement befindet (und nicht im 10. oder 11.) und dass es gestern einen Zug gab, der mich wieder nach Hause gebracht hat.

Grüssle
blueberry

PS: Vielleicht ist das Datum ein Hinweis darauf, was man strömen könnte:
13 (liebe deine Feinde - persönlich finde ich das etwas schwierig im Moment, was vermutlich ein Hinweis darauf ist, dass ich genau das strömen sollte!)
11 (Lasten abwerfen - ich tue nix anderes seit Beginn des Kurses am 11.11.)
20 (geistige Klarheit - ja die hätte ich auch gern mal wieder)
15 (Lachen - auch danach ist mir so überhaupt nicht zumute im Moment)

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meinrad
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von meinrad » Dienstag 17. November 2015, 11:09

Schön, von Dir zu hören
dass es Dir "gut" geht.
.... lasst uns froh und munter sein !

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AnnSophie
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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von AnnSophie » Dienstag 17. November 2015, 21:43

Liebe Blueberry,
schön, dass Du "wohlbehalten" wieder da bist.

Hab heute abend auf France Info bemerkenswerte Worte von dem französischer Journalist Antoine Leiris, der am Freitag seine Frau verloren hat gehört (zum nachlesen und v.a. nachhören)... der vielleicht auch für die #13 hilft (v.a. wenn Du Originalton nachhörst).

http://www.franceinfo.fr/actu/faits-div ... out-745965

Hier hab ich einen Auschnitt für die nicht so gut französisch sprechenden übersetzt:
Ihr habt nicht meinen Hass.
Freitag Abend, habt ihr das Leben eines außergewöhnlichen Menschen gestohlen, der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes, aber ihr habt nicht meinen Hass. ...
Ich mach Euch nicht das Geschenk Euch zu hassen. Ihr habt sehr danach gesucht, aber auf den Hass mit Wut zu reagieren hieße der Ignoranz klein beizugeben, die Euch zu dem gemacht hat, was ihr seid. Ihr wollt, dass ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger mit mißtrauischen Augen anschaue, dass ich meine Freiheit für die Sicherheit opfere. Verloren. Der gleiche Spieler spielt noch immer.
... Wir sind zwei mein Sohn und ich, aber wir sind stärker als alle Armeen der Welt. Ich hab übrigens keine Zeit mehr für Euch, Melvin erwacht von seinem Mittagschlaf. Er ist kaum 17 Monate, er wird sein Essen essen, wie jeden Tag, dann gehen wir spielen wie jeden Tag und der kleine Junge wird Euch kränken, dass er glücklich und frei sein wird. Denn Ihr werdet auch nicht seinen Hass bekommen.
Ich dachte spontan beim Nachhören: "Dunkelheit bringt das Licht zum Leuchten."

Liebe Cestca, Du hast absolut recht. Wo war unser Beileid die Tage vorher als in Aleppo oder in Beirut Attentate passierten? Die mediale Aufmerksamkeit fokussiert heute noch stärker als in Zeiten vor dem Internet.

: 26

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Re: Strömen für Paris, Frankreich, alle Betroffene & Politik

Beitrag von Klee » Mittwoch 18. November 2015, 17:12

@ Blue - danke für Dein Melden und deinen traurigen Bericht!
Im Prinzip hattet ihr auf dem Kurs das große Glück in der ganzen Trauer und Angst einigermassen aufgefangen worden zu sein, hab ich das recht verstanden?

@ Cestca and all -
ja da hast du recht, es gab schon viele Tote und Anschläge.

Mich selbst haben die beiden Anschläge in Tunesien (März über 20 Tote und Juni über 30 Tote) persönlich sehr getroffen und geschockt. In meinem Umfeld hat das keiner groß verstanden, doch für mich und einen Teil meiner Familie in Tunesien bedeutet das große Einschnitte. Sie haben keine Arbeit mehr.
Es gibt keine Touristen mehr oder nur noch wenige.

Für mich bedeutet das, keine Wüstentouren - mangels Nachfrage und auch aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen.

Sprich in kann gerade nicht nach Hause in meine geliebte Wüste fahren und noch viel schlimmer ist es für mich, dass es viele Unschuldige vor Ort und auch tief in der Wüste oder in den Wüstenregionen (sprich eh schon die Armen der Armen) trifft, die deshalb keine Arbeit mehr haben und deren Familien sich oft die Frage stellen, was gibts morgen auf dem Tisch.

So war ich schon auch entsetzt über die Tat in Paris, doch nicht so sehr geschockt, da es im Prinzip nur eine Frage der Zeit war und ist....
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