7. Türl

Eine schöne Weihnachtszeit allen Ström-Forums Mitgliedern!
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Varina
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7. Türl

Beitrag von Varina » Freitag 6. Dezember 2013, 18:26

Ich öffne das 7. Türl und bin gespannt welche Überraschungen ihr drinnen versteckt habt.

Bild
7.Türl Bild

Um 10:00 Uhr wird die Magenfunktionsenergie am großen Zeh zur Milzfunktionsenergie.
Die Milzfunktionsenergie, die vom großen Zeh zum Herz fließt, braucht zwei Stunden, von 10:00 bis 12:00

rechter Strom

rechte Hand rechtes SES 5
linke Hand Steißbein
Lieber Gruß von
Varina

DIE SCHLIMMSTE WELTANSCHAUUNG IST DIE VON LEUTEN, DIE DIE WELT NICHT ANGESCHAUT HABEN. Alexander von Humboldts

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optimistin
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Re: 7. Türl

Beitrag von optimistin » Samstag 7. Dezember 2013, 08:22

Die Geschichte vom Weihnachtsbraten
von Margret Rettich

Einmal fand ein Mann am Strand eine Gans – eine richtige weiße Hausgans.
Der Mann steckte sie unter seine Jacke und brachte sie seiner Frau: »Hier ist unser Weihnachtsbraten.«
Beide hatten noch niemals ein Tier gehabt.
»Weißt du, was Gänse fressen?« fragte sie.
»Keine Ahnung«, sagte der Mann.
Sie probierten es mit Kartoffeln und mit Brot, aber die Gans rührte nichts an. Sie
mochte auch nicht den Rest vom Sonntagsnapfkuchen. »Sie hat Heimweh nach
anderen Gänsen«, sagte die Frau.
Die Gans wehrte sich nicht, als sie in die Küche getragen wurde. Sie saß still unter dem Tisch. Der Mann und die Frau hockten vor ihr, um sie aufzumuntern.
»Wir sind eben keine Gänse«, sagte der Mann.
Er setzte sich an den Tisch und suchte im Radio nach Blasmusik. Die Frau setzte
sich daneben und klapperte mit den Stricknadeln. Es war sehr gemütlich. Plötzlich fraß die Gans Haferflocken und ein wenig vom Napfkuchen.
»Er lebt sich ein, der liebe Weihnachtsbraten«, sagte der Mann. Bereits am
anderen Morgen watschelte die Gans überall herum. Sie streckte den Hals durch
offene Türen, knabberte an der Gardine und machte einen Klecks auf den
Fußabstreifer.
Es war ein einfaches Haus, in dem der Mann und die Frau wohnten. Es gab keine
Wasserleitung, sondern nur eine Pumpe. Als der Mann einen Eimer voll Wasser
pumpte, wie er es jeden Morgen tat, ehe er zur Arbeit ging, kam die Gans,
kletterte in den Eimer und badete. Später ging sie mit der Frau zusammen zum
Bäcker und in den Milchladen. Als der Mann am Nachmittag auf seinem Rad von
der Arbeit kam, standen die Frau und die Gans an der Gartenpforte. »Jetzt mag sie auch Kartoffeln«, erzählte die Frau.
»Brav«, sagte der Mann und streichelte der Gans über den Kopf, »dann wird sie
bis Weihnachten rund und fett.«
Wenn der Mann und die Frau am Abend mit der Gans zusammensaßen, malten
sich beide die herrlichsten Weihnachtsessen aus. »Gänsebraten und Rotkohl, das passt gut«, meinte die Frau und kraulte die Gans auf ihrem Schoss.
Wenn sie ins Bett gingen, lag die Gans am Fußende und wärmte sie.
Mit einem Mal war Weihnachten da. Die Frau schmückte einen kleinen Baum. Der
Mann radelte zum Kaufmann und holte alles, was sie für den großen Festschmaus brauchten. Außerdem brachte er ein Kilo extrafeine Haferflocken.
»Wenn es auch ihre letzten sind«, seufzte er, »soll sie doch wissen, dass
Weihnachten ist.«
»Was ich sagen wollte«, meinte die Frau, »wie, denkst du, sollten wir…“
Der Mann sagte eine Weile nichts. Und dann:
»Ich kann es nicht.«
»Ich auch nicht«, sagte die Frau. »Ja, wenn es eine x-beliebige wäre. Aber nicht
diese hier. Nein, ich kann es auf gar keinen Fall.«
Der Mann packte die Gans und klemmte sie in den Gepäckträger. Dann fuhr er auf dem Rad zum Nachbarn. Erst am Abend kam er wieder. Die Gans saß friedlich hinter ihm.
»Ich habe den Nachbarn nicht angetroffen, da sind wir etwas herum geradelt«,
sagte er verlegen.
»Macht gar nichts«, rief die Frau munter, »als du fort warst, habe ich mir überlegt, dass es den feinen Geschmack des Rotkohls und der Klöße nur stört, wenn man noch etwas anderes dazu auftischt.«
Die Frau hatte recht, und sie hatten ein gutes Essen. Die Gans verspeiste zu ihren Füßen die extrafeinen Haferflocken. Später saßen sie alle drei nebeneinander auf dem Sofa in der guten Stube und sahen in das Kerzenlicht.
Im nächsten Jahr kochte die Frau zu den Klößen Sauerkraut, im Jahr darauf zum
Sauerkraut Bandnudeln. Das sind so gute Sachen, dass man nichts anderes dazu
essen sollte.
Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Gänse werden sehr alt

Bild
Tränen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Zeichen dafür, dass man zu lange versucht hat, stark zu sein.
https://www.traum-ferienwohnungen.de/104779/

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Re: 7. Türl

Beitrag von Varina » Samstag 7. Dezember 2013, 09:50

Das Glöckchen des Poeten

Vor langer Zeit, lebte am Meer ein alter Poet. Sein ganzer Reichtum bestand aus seinem Ideenreichtum und einem kleinen silbernen Glöckchen. Beides hatte er von seinem Vater geerbt. Er liebte es, auf der Veranda zu sitzen und aufs Meer hinaus zu schauen. Seine Gedichte hatte er auf feinstes Papier geschrieben und in die Bäume seines kleinen Gartens gehangen. Sobald der Wind nur ein kleines bisschen wehte – und am Meer weht er ständig-, bewegte sich das Papier, und das silberne Glöckchen läutete gar lieblich. Schön war dieser Klang und im ganzen Land zu hören.
Nicht weit von dem alten Poeten lebte ein gar grimmiger Bursche.
Schon lange hatte er keine Ideen mehr, sein Papierbedarf war mächtig gesunken und die Tinte zum Schreiben längst ausgetrocknet. Er war wütend in seiner Einfallslosigkeit. Als er den Alten so eifrig schreibend auf seiner Veranda sitzen sah und das beruhigende Läuten des silbernen Glöckchens hörte, wusste er mit einem Schlage, dass das Glöckchen wohl die Ursache des Erfolges sei. Wenn er es nur für einen einzigen Tag hätte, dachte er, wäre er wieder ein gemachter Mann.
Er überlegte nicht lange, setzte sein Sonntagsgesicht auf und bat den Alten, ihm das Glöckchen für einen einzigen Tag zu überlassen.
„Warum sollte ich es dir nicht borgen“, sagte der Poet freundlich. „Doch vergiss nicht, es gleich morgen früh wiederzubringen, denn ohne das Glöckchen bin ich schnell traurig.“ Nun sah sich der Einfaltslose in seiner Vermutung bestärkt. Er versprach es pünktlich zurück zubringen und eilte mit dem Glöckchen erwartungsvoll zu seinem Haus. Dort angekommen hängte er das Glöckchen an die Hauswand und wartete ungeduldig auf das liebliche Läuten. Doch das Glöckchen blieb stumm. Stunden vergingen und nichts geschah. Der alte Poet aber saß auf seiner Veranda und schrieb. „Wie ist das nur möglich“, begann der Einfaltslose zu schimpfen. Alles, was er empfand, war Hass und Neid. Es wurde Abend und die Sonne ging unter. Das kleine silberne Glöckchen hing unbeachtet noch immer an der Hauswand. Obwohl der Wind an jenem Abend eher einem Sturm glich, blieb es
stumm. Auch unser Poet wartete vergeblich auf einen wenigstens klitzekleinen Klang. Es war so beängstigend still geworden im Reich der Schreiberlinge, dass mancher sich fragte, was geschehen sei.
Am nächsten Tag wartete unser Poet vergeblich auf die Rückkehr des silbernen Glöckchens.
Trauer und Sorge trieben ihn voran, als er sich auf den Weg zum Nachbarn machte.
Dieser saß mürrisch an seinem Schreibtisch, kaute gelangweilt auf seiner Feder herum, während er ein leeres Blatt nach dem anderen zerknüllte.
„Ich habe auf dich vergeblich gewartet“, sagte unser Poet nach dem Morgengruß. „Schade, dass du dich nicht an unsere Abmachung gehalten hast denn so kann ich dir das Glöckchen nie wieder borgen.“ Kaum hörte das Glöckchen die ruhige Stimme seines Herrn, da begann es vor Freude so lieblich zu läuten, dass es im ganzen Land zu hören war.
„Oh weh“, sagte der Alte, „hat man dich einfach an die Hauswand gehangen. Wie sollst du auch läuten, wenn hier nicht ein einziger Baum steht?“ Er begann sich im Garten umzusehen und erklärte unserem Griesgram, dass es um schöne Werke zu schreiben auf die
Umgebung ankomme. In einem verwilderten Garten und Lieblosigkeit im Herzen können keine guten Ideen zustande kommen. Vieles hat der Poet dem verbitterten Nachbarn an jenem Tag an Erkenntnissen weitergegeben. Auch dass Ideenreichtum nicht von Glockenklang abhängig ist, sonder eher umgekehrt.
„Wie soll das Glöckchen läuten können, wenn man ihm nicht Raum gibt zum Schwingen“, erklärte der Alte.
„Wer mit sich selbst im Reinen ist und mit offenen Augen durch die Welt geht, der nur kann Wunder entdecken, sich begeistern und schreiben.“ Ja, und Fantasie gehört dazu lieber Leser denn sonst wäre diese Geschichte von mir nicht geschrieben worden.
Wenn du die Augen schließt und es hören kannst, das kleine silberne Glöckchen, dann habe ich dein Herz erreicht…..

Celine Rosenkind
Lieber Gruß von
Varina

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Re: 7. Türl

Beitrag von ate2011 » Samstag 7. Dezember 2013, 15:29

Hi Opti,
das war bestimmt die Weihnachtsgans Auguste *seh ich immer wieder gern*,
bei uns gab es in meinen Kindertagen eine ähnliche Situation, allerdings
mit einem Häschen, was keiner schlachten konnte.

Danke für eure schönen Geschichten 8)
"pure awareness"

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Nirbheeti
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Re: 7. Türl

Beitrag von Nirbheeti » Samstag 7. Dezember 2013, 18:02

Varina hat geschrieben: „... denn so kann ich dir das Glöckchen nie wieder borgen.“ ... Vieles hat der Poet dem verbitterten Nachbarn an jenem Tag an Erkenntnissen weitergegeben. ...
Erst scheint sich der Einfallsreiche enttäuscht zu weigern. Dann gibt er reichlich aus seiner inneren Quelle, was er nicht zurückfordern muss. Und offensichtlich wird dieses Geschenk angenommen.

Tja, die Phantasie, dieses mutwillige Geschöpf, kommt eben auf überraschende Ideen und kann Bitterkeit, Neid, Hass, Trauer, Sorge durch wissende und mitfühlende Menschlichkeit in ERKENNEN umwandeln. Erstaunlich, wie die fünf Tiefen hier angesprochen werden.
:danke: , Varina!
Hier noch ein süßes 1.-Tiefe-Jin-Shin-Jyutsu-Weihnachtsplätzchen:
M - 13
I - 9
L - 12
Z - 26
Quersumme: 24 Chaos harmonisieren, Frieden :D

Na dann einen schönen 2. Advent uns allen!
Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)

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