11. Türl

Eine schöne Weihnachtszeit allen Ström-Forums Mitgliedern!
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Varina
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11. Türl

Beitrag von Varina » Dienstag 10. Dezember 2013, 21:54

Ich öffne das 11. Türl und bin gespannt welche Überraschungen ihr drinnen versteckt habt.

Bild
11.Türl Bild

Um 14:00 wird die Herzfunktionsenergie an der Innenseite (medial) des kleinen Fingernagels zur Dünndarmfunktionsenergie.
Die Dünndarmfunktionsenergie, die vom kleinen Fingernagel zur Stirn fließt, braucht zwei Stunden, von 14:00 bis 16:00

linker Strom

linke Hand linkes SES 11
rechte Hand rechtes SES 13
Lieber Gruß von
Varina

DIE SCHLIMMSTE WELTANSCHAUUNG IST DIE VON LEUTEN, DIE DIE WELT NICHT ANGESCHAUT HABEN. Alexander von Humboldts

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optimistin
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Re: 11. Türl

Beitrag von optimistin » Mittwoch 11. Dezember 2013, 08:17

Der schönste Tag des Jahres
Verfasser unbekannt

Man konnte ihn nicht schön nennen, beim besten Willen nicht! Sein Fell, schwarz-weiß gefleckt, zerzaust, struppig, die Beine zu mager, zu kurz, zu krumm, die Schlappohren hingen traurig herab. Und Traurigkeit blickte aus den Augen: ein trauriger, kleiner Hund.
Unsicher strich er in der Bahnhofshalle umher, die strahlend erhellt war. Es gab die verschiedensten Geschäfte- wer Geld hatte, konnte Zigarren, Bücher, Delikatessen, Parfüms kaufen.
In der Mitte der Bahnhofshalle stand ein Weihnachtsbaum, fast so groß wie die Halle. An seiner Spitze stand zu lesen, dass die Deutsche Bahn ein gesegnetes Fest entbot, Schon seit einer Woche! Aber heute war endlich der 24. Dezember. Draußen war es sehr kalt. In der Halle war es wärmer. Darum war der Hund in die Halle gekommen. Er war auch hungrig.
Es waren sehr viele Menschen in der Halle. Der kleine Hund musste verflixt aufpassen, dass niemand aus versehen auf ihn trat. Viele sahen ihn. Viele hörten ihn, manchmal winselte er leise. Aber es war 18.30 Uhr am 24. Dezember! Wer in der Welt hatte da Zeit, sich um einen kleinen Hund zu kümmern?
Neben dem gewaltigen Lichterbaum stand eine Bank. Ein altes Fräulein saß darauf. Fräulein Strohbach war ihr Name: Emilie Strohbach, Rentnerin. In einem altmodischen, aber gepflegten schwarzen Persianermantel saß sie da, einen schwarzen Hut auf dem Haar. Fräulein Emilie Strohbach war klein und sehr alt. Ihr Gesicht trug einen Ausdruck von Verzagtheit und Güte. Fräulein Strohbach war zu alt. Alle Verwandten hatte sie überlebt, nun stand sie ganz allein auf der Welt. Von allen Tagen fürchtete Fräulein Strohbach diesen am meisten: den heiligen Abend, diesen 24. Dezember. Der hatte es in sich! Zu Hause fühlte man sich erdrückt von der Erinnerung. Zu Hause konnte man immer nur denken: damals, damals, damals…. Nicht dass es ungemütlich gewesen wäre zu Hause – nein, das nicht. Es gab Wärme und Lebkuchen und auch einen Tannenzweig mit einer gelben Kerze. Nein, es war etwas anderes. Es war die Einsamkeit, die sie daheim nicht ertrug.
Sie war der einzige Mensch weit und breit, der saß. Und sie dachte diese drei Gedanken: Wenn ich doch nur noch einen einzigen Menschen hätte, zu dem ich gehen könnte.- Wenn ich doch nur ein bisschen mehr Geld hätte!- Wenn dieser Vierundzwanzigste bloß schon vorüber wäre.
Gerade während sie den dritten Gedanken dachte, sah sie den kleinen Hund. Auf seinem Weg durch die Halle war er bei der Bank neben dem Lichterbaum gelandet. Da stand er nun und sah Fräulein Strohbach an mit traurigen Augen. Die ungleichen Ohren hingen herab, und der Stummelschwanz bewegte sich rastlos. Fräulein Strohbach war der einzige Mensch in der Halle, der Zeit hatte. Fräulein Strohbach beging einen Fehler. Sie gab dem kleinen Hund zwei freundliche Worte. Sie Sagte. „ Na, du?“. Damit war sie sozusagen verraten und verkauft. Der kleine Hund geriet außer sich. Er bellte entzückt, sprang auf die Bank und begann dem alten Fräulein die Hand zu lecken. Tagelang war er umhergeirrt. Nun sagte jemand „Na, du?“ zu ihm. Das nahm er als Sympathie-Erklärung. Fräulein Strohbach lachte ein bisschen. Sie streichelte den Hund unsicher und sagte: „Lauf Kleiner, lauf!“ aber der Hund lief nicht. Er legte seinen Kopf in des Fräuleins Schoß und lächelte. Das Lächeln versetzte das Fräulein in Panik. Um Himmels willen, dachte sie, was, wenn ich den Hund nicht mehr loswerde? Was soll ich mit einem Hund anfangen?
„Geh weg“ sagte Fräulein Strohbach und schubste den kleinen Hund ein bisschen . Er fiel zur Erde, bellte vergnügt und sprang wieder auf die Bank. Das machte ihm Spaß. „O Gott“, sagte Fräulein Strohbach. Sie stand auf und eilte zum Ausgang der Halle. Der kleine Hund folgte ihr. Fräulein Strohbach versuchte es mit verschiedenen Listen. Sie ging sehr rasch, lief beinahe. Sie versteckte sich hinter einer Säule, schlug Haken und machte Bogen. Der kleine Hund folgte ihr überall hin. Zuletzt landete Fräulein Strohbach außer Atem wieder auf der Bank neben dem Lichterbaum. Noch ehe sie saß, saß schon der Hund.
Verzweiflung bemächtigte sich des Fräuleins. Sie sagte zu dem kleinen Hund: „Was soll ich mit dir anfangen? Ich bin zu arm, um einen Hund zu haben. Lass mich in Ruhe. Hast du denn kein Zuhause, wo du hingehen kannst?“ Der kleine Hund schüttelte den Kopf. „Ach, lieber Gott im Himmel“, sagte Fräulein Strohbach.
Viele Menschen gingen an der Bank vorbei, sie waren alle in Eile. „Das Futter…. Die Steuer… Es geht nicht, nein, es geht nicht“, sprach Fräulein Strohbach, während sie sein struppiges Fell streichelte. Und sagte laut: „Weißt du, was ich mache, wenn du nicht verschwindest? Ich bringe dich zur Bahnhofswache.“ Aber der kleine Hund ging nicht. Eine ganze Stunde lang saßen sie nebeneinander auf der Bank unter dem Lichterbaum der Deutschen Bahn. Der kleine Hund begann wieder ihre Hand zu lecken. In der Ferne läuteten Glocken. Nun lag die Halle verlassen. Die Menschen hatten sich verlaufen. Die Bahnhofsgeschäfte schlossen. Fräulein Strohbach und der Hund saßen unter dem Lichterbaum. Da trat ein Mann heran. Er war groß und rotgesichtig. „Verzeihen Sie,“ sagte der Mann und verbeugte sich. „Würden Sie das hier wohl annehmen, liebe Dame?“ Und er überreichte ein Paket und einen Briefumschlag. Fräulein Strohbach schrak auf. „Wer sind Sie?“ „Mein Name ist Brenner“, sagte der Dicke. „Mir gehört der Delikatessenladen da drüben. Ich habe sie beobachtet. Sie und den Hund. Schon seit einer Stunde.“ „Und was ist in dem Paket?“ „Ein bisschen Schinken, ein bisschen Wurst, ein bisschen Käse, ein paar Konserven und Brot. Auch Kaffee und Weintrauben…“ Der kleine Hund bellte..“ und zwei feine Knochen“, sagte der Dicke. Fräulein Strohbach begann zu weinen. Sie sagte leise:“ Das geht nicht, nein, das geht nicht, Herr Brenner!“ „Ich habe Sie beobachtet“, sagte der Dicke,. „Warum soll das nicht gehen?“ „Weil ich Sie nicht kenne, mein Herr.“ „Aber ich kenne Sie“, sagte der Dicke. Sie sind zu dem kleinen Hund freundlich gewesen“, erklärte er. „Ich sehe gern freundliche Menschen. Und freundliche Hunde. Gehen Sie nun nach Hause, liebe Dame“. Fräulein Strohbach kramte in ihrer Tasche und sagte:“Ich habe kein Taschentuch“. Der Dicke gab ihr das seine. Das Fräulein schnäuzte sich und fragte: Und was ist in dem Kuvert?“ Verlegen erwiderte der Dicke „Fragen Sie doch nicht so viel. Das ist ein Vorschuss“ – „Vorschuss, worauf?“ „Na, auf die Hundesteuer! Die bezahle nämlich ich.“ „Nein!“ „Doch!“ „Aber wie kommen Sie denn dazu?“ „das weiß ich auch nicht, wie ich dazu komme“, sagte der Dicke: „Aber wenn es mir nun mal Spaß macht?“ Er schüttelte zuerst Fräulein Strohbach die Hand, danach dem Hund die Pfote und sagte: „Fröhliche Weihnachten, Herrschaften!“ „Ein frohes Fest auch Ihnen“, sagte das Fräulein: „Sie sind ein guter Mensch, Herr Brenner.“ „Ach, Quatsch“, sagte Herr Brenner. Der Hund bellte, und das heiß: Doch, doch! „Komm Kleiner“, sagte Fräulein Strohbach. „Jetzt gehen wir nach Hause.“ Nach Hause… du lieber Gott, wie sehr freute sie sich plötzlich darauf.
Tränen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Zeichen dafür, dass man zu lange versucht hat, stark zu sein.
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Varina
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Re: 11. Türl

Beitrag von Varina » Mittwoch 11. Dezember 2013, 09:10

Bild Danke
Lieber Gruß von
Varina

DIE SCHLIMMSTE WELTANSCHAUUNG IST DIE VON LEUTEN, DIE DIE WELT NICHT ANGESCHAUT HABEN. Alexander von Humboldts

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ate2011
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Re: 11. Türl

Beitrag von ate2011 » Mittwoch 11. Dezember 2013, 13:35

Liebe Opti,
das ist für mich eine echte Weihnachtsgeschichte, ich danke dir für teilen.
Herzlichst ate 8)
"pure awareness"

Tamaya
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Re: 11. Türl

Beitrag von Tamaya » Mittwoch 11. Dezember 2013, 15:57

Liebe Opti


Vielen Dank für diese weihnächtliche, stimmungsvolle Geschichte. Ich habe sie ausgedruckt. Vielleicht werde ich sie einmal verwenden.

Alles Liebe Tamaya
Weisheit erkennt immer "Ganzheit",
"Einheit", während Unwissenheit auf
einen Teil oder Teile schaut, sich
spezialisiert.
(Drittes Buch Mary Burmeister, S.40)

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Luna
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Re: 11. Türl

Beitrag von Luna » Sonntag 15. Dezember 2013, 14:10

Liebe Opti,
sehr berührend, DANKE! : 26

Luna
„Der Mut der Wahrheit ist die erste Bedingung des philosophischen Studiums."
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

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Re: 11. Türl

Beitrag von optimistin » Sonntag 15. Dezember 2013, 14:17

Ich danke Euch : 26
Tränen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Zeichen dafür, dass man zu lange versucht hat, stark zu sein.
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