Getäuscht

Für alle Einstellungen, die einfach mal "raus" müssen - egal ob Ängste, Sorgen oder überschäumendes Glück: Schreit es heraus!
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Cestca
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Getäuscht

Beitrag von Cestca » Donnerstag 18. Januar 2018, 23:03

Liebe alle

Ich habe gelernt, mich auf meine feine Intuition betreffend Menschen zu verlassen. Nun bin ich so sehr auf die Nase gefallen damit, dass mein Vertrauen in mich arg erschüttert ist.

Ich führte über Monate intensive Verhandlungen für einige Klienten und hatte rasch grosses Vertrauen in die Integrität der Gegenpartei bzw. der drei für diese handelnden Personen. Ich hatte wirklich null Anlass, auch nur das geringste Misstrauen zu spüren. Da waren keine versteckten Agenden spürbar, keine Hintergedanken, keine taktischen Spielchen, einfach nur ehrliches Interesse an einer raschen und guten Lösung. Vertrauen und Respekt waren bald gegenseitig, weshalb die Gespräche konstruktiv verliefen und gemeinsam Lösungen gefunden werden konnten. Und nun stellt sich nachträglich heraus, dass die uns nach Strich und Faden verarscht haben.

So springt man mit mir und meinen Klienten nicht um. Es braucht viel, bis ich mit meiner fast unendlichen Gelassenheit zur richtig scharfen Attacke übergehe, aber wenn, dann sollte man sich in Acht nehmen vor mir. Was als nächstes zu tun ist, weiss ich. Doch mein grundlegenderes Problem ist ein anderes. Wie konnte ich mich so täuschen? Kann ich nicht mehr auf mein Gespür vertrauen? Das ist aber so nützlich in meinem Beruf? Ob ich ein neues Mandat annehme oder nicht, ob ich einen Kostenvorschuss verlange oder nicht, wie ich mich der Gegenpartei gegenüber verhalte - das geht bei mir alles immer nach Intuition. Sogar mein Büropartner hat rasch gelernt, dass diese verlässlich ist. Und nun?

Verwirrt grüsst
Cestca
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Re: Getäuscht

Beitrag von Ilona » Freitag 19. Januar 2018, 19:26

Hallo liebe Cestca...
da tut mir sehr Leid das du in so eine Situation gekommen bist. Ich spüre richtig das du verletzt,endtäuscht und auch wütend bis.
Ich weiss zwar nicht um was es geht, aber das spielt ja auch keine Rolle.
In dem großen Umwandlungsprozess wo wir uns gerade befinden,wird alles durchleuchtet. Nicht ist mehr so wie es war..aber auch das können wir nicht ändern.Die Energien verändern sich.
Was du aber nicht tun solltest, an dir Zweifeln.Manchmal brauchen wir eine END-TÄUSCHUNGum die Dinge wieder klar zu sehen.
Glaube an dich und an deine Gaben und Talente.Das ist wichtig. Egal was Passiert.
SEi unbekannter Weise lieb umarmt : 26
Schaue hin,bis du HÖREN kannst... Lausche,bis du SEHEN kannst...
(Mary Burmeister)

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Re: Getäuscht

Beitrag von AnnSophie » Dienstag 23. Januar 2018, 22:03

Hallo Cestca,

Und nun? Was macht man, wenn man hingefallen ist?

Aufstehen, Sand abklopfen, Krone richten, weitergehen.

Ein paar Gedanken mögliche Ansätze, so zwischen Sand abklopfen und Krone richten:

Eine spannende Geschichte, die Du uns hier erzählst, gerade auch bei deinem Nickname.

Du hast ein sehr gutes Gespür und eine sehr sichere Intuition.(Glaube ich sofort, nicht nur von deinen Worten hier, auch von dem wie ich Dich live und Farbe wahrnehme.)
Du verlässt Dich darauf und nun wird deine Instinktsicherheit erschüttert. In dem Dir auch vertrauten wissenschaftlichen Denken werden Theorien falszifiziert und das was dabei übrigbleibt ist dann richtig. Es ist, wie es ist.
Im Leben dagegen habe ich noch etwas anderes ein paradoxes Sowohl-als-auch kennengelernt. Francoise würde sagen: Es ist, wie es ist und wie es ist, ist es.

Aufgrund meiner persönlichen Geschichte und den massiven Erschütterungen und Verunsicherungen meiner selbst (Psy...) habe ich gelernt, dass diese Verunsicherungen mittel-, langfristig dienen können. Dass es einen inneren Grund für dieses äußere Signal gibt. Etwas das integriert / erkannt und gelernt werden möchte. Und dass das ganze einen Sinn hat bzw. einen Sinn bekommen kann und dann zum Segen in Verkleidung wird. (Danke Nirbheeti)

Oder mit Rilke (vielleicht etwas groß formuliert, aber sinngemäß m.E. passend):
Wenn etwas uns fortgenommen wird, womit wir tief und wunderbar zusammenhängen, so ist viel von uns selber mit fortgenommen. Gott aber will, daß wir uns wiederfinden, reicher um alles Verlorene und vermehrt um jenen unendlichen Schmerz.

Bis jetzt ist beides richtig: Du kannst Deiner Intuition trauen und sie kann dich täuschen.

Vielleicht möchte deine Achtsamkeit noch genauer geschult werden? Dass Du noch mehr wahrnehmen kannst/möchtest?

Oder es geht um was ganz anderes?

Um was eigentlich?

Aus dem Ende der Täuschung kann was neues wachsen... und wenn der Sand abgeklopft ist und die Krone wieder gut poliert, sicher sitzt.... dann ist die Welt eine größere geworden und vielleicht wandelt sich der Weg. (Oder mit Calvin und Hobbes: Let's go exploring.)

Und nun?

: 26
AnnSophie.
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Re: Getäuscht

Beitrag von Cestca » Dienstag 23. Januar 2018, 23:25

Liebe AnnSophie

Vielen Dank für deine gehaltvolle Antwort, die ich mir mit mehr Musse und Zeit nächste Woche (Urlaub!) noch richtig durch den Kopf gehen lassen werden.

Interessant ist, dass wir beide Büropartner gerade gleichzeitig gegen üble Machenschaften kämpfen. Mein Kollege auf einer gravierenderer Ebene als ich, da es bei ihm um rechtsstaatlich fragwürdige Methoden von staatlichen Behörden mit Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung geht. Bei mir geht es nur um private Interessen, aber die Dreistigkeit, mit der die andere Seite vorgegangen ist, ist ohnegleichen. Und es besteht der Verdacht, dass sich eine Behörde von ihr einspannen liess und absichtlich formelle Fehler begangen hat. Das werden wir allerdings nicht nachweisen können.

Unsere uns betrügenden Verhandlungspartner erhalten nun erst mal Gelegenheit, sich zu erklären. Und ich fahre in Urlaub. Danach sehen wir weiter. Ich bin gespannt auf die Antwort, weil ich hoffe, daraus rückwirkend Erkenntnisse zu ziehen, ob, wann und bei wem ich etwas hätte merken können und sollen.

Liebe Grüsse
Cestca
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Re: Getäuscht

Beitrag von AnnSophie » Mittwoch 24. Januar 2018, 20:33

Liebe Ursula,

das schreiben und überlegen hat mir Freude gemacht: :D

mit dem zusätzlichen systemischen Aspekt und dem grds. Profil Eurer Kanzlei fällt mir noch das Gesetz der Polarität als möglicher Ansatz ein.

Hab von Dahlke mal den Vortrag gehört: https://www.youtube.com/watch?v=Fq-UtKrQM9Q
Gibt's sicher auch in kürzer. Bin für mich noch nicht sicher ob und wie ich das 'Gesetz' bewerte und welche Konsequenzen ich für mein Verhalten draus ziehe.

Gerade als ich das schreibe sind mir für meinen Job und ein aktuelles Thema eine ganze Scheinwerfersammlung aufgegangen :idea: .... das muss ich auch erstmal verdauen.

Bin interessiert, wie's weitergeht ....

Viele Grüße

AnnSophie
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Re: Getäuscht

Beitrag von Nirbheeti » Donnerstag 25. Januar 2018, 00:18

Getäuscht
Wie konnte ich mich so täuschen?
Schäme dich nicht, zu sagen, was dein Herz für recht hält.
Liebe C'est-ça,

angesichts deines Themas über deinem ersten Beitrag, --- Getäuscht ---,
deiner Frage im Beitrag --- Wie konnte ich mich so täuschen? ---,
und deiner Signatur unter dem Beitrag --- sagen, was dein Herz für recht hält ---
fiel mir sofort der Bezug zur fünften Tiefe auf und zu ihrer Einstellung: So tun als ob = täuschen.

„Vertrauen und Respekt“ können einfach nicht „gegenseitig“ gewesen sein, denn deine Gegenüber wussten ja, dass sie dich täuschten. Du hast Vertrauen und Respekt aufgebracht. Sie haben dich manipuliert. Das lässt immer Respekt vermissen. Wie wär’s, wenn wir deinen Satz: „Wie konnte ich mich so täuschen?“ um das Wort „lassen“ verlängern? Dann heißt es: Wie konnte ich mich so täuschen lassen? Damit bleibt klar, wer hier wen getäuscht hat und du brauchst nicht verwirrt zu fragen, ob du „deiner feinen Intuition“ noch trauen kannst. Mir scheint, du bist auf sehr unfeine Praktiken getroffen, für die du noch nicht gerüstet warst.

Da hast du dein Projekt: Wie ist ihnen das gelungen? Wo haben sie eingehakt? Auf welchen Köder habe ich angebissen?

Ich gehe mal davon aus, dass deine feine Intuition sich als die „Intuition des Herzens“ entpuppt. Dein(e) Gegenüber sind Meister der Täuschung. Ihre fünfte Tiefe hat Schlagseite. Sie haben sich dein Vertrauen gesichert und damit die Zustimmung deines Herzens gefunden. Und mit dem Herzen ist das so eine Sache...

In der Arbeit mit den Chakren habe ich durch Erfahrung gelernt: Wenn das (spirituelle) Herz spricht, verschwindet die Dualität. Es weiß, was es will: diesen Mann und keinen anderen, diesen Beruf und keinen anderen usw. Die Dualität verschwindet also deshalb, weil die Entscheidung auf einer sehr tiefen Ebene schon gefallen ist. Der andere Pol fällt weg und alle Energie fließt in das, wofür ich mich entschieden habe. Dadurch entsteht eine große Nähe. Andererseits geht aber der Abstand und damit der Überblick verloren. Was wir mit dem Herzen sehen ist oft liebevoll ein bisschen weichgezeichnet. Wir kennen alle die beiden Sätze von Antoine de Saint Exuperie: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Gemeint sind unsere Herzensbeziehungen. Aber selbst da kann das Herz kann sich irren und dann gilt eher: "In meiner Begeisterung will mein Herz nur „gut“ sehen und etwas Wesentliches von der Ebene der Machtspiele wird für meine Augen unsichtbar."

Wovor kann mich die Intuition des Herzens schützen und wo stößt das Herz an seine Grenzen? Und an welche Adresse in mir kann ich mich dann wenden?

Für mich ist das Hara der ruhende Pol, von dem aus die Intuition weiterarbeiten kann. Das ist der meditative Punkt, in dem die Samurai sich zentrieren. Ich habe das Hara erlebt als eine tiefe, ruhige und ungemein krafterfüllte Dunkelheit, in der auf einen Schlag aller innerer Tumult wegfällt, einfach nicht mehr vorhanden ist. Von da aus kann ich aus der Verwirrung zurück in authentisches Handeln finden. Und falls du entdeckst, dass du bisher deinem Herzen vertraut hast, steht dir mit dem Hara ein noch tieferer meditativer Anker zur Verfügung, um die Realität als Beobachter wahrzunehmen, wie sie ist. Ich verbinde damit so etwas wie Unerschrockenheit oder Unerschreckbarkeit. Wenn ich mich gefährdet fühle, wirft es mich manchmal (leider nicht immer) dorthin zurück. Dann richtet Energie meine Wirbelsäule auf, alle Sinne sind hellwach und klar und das eigene Handeln ist von Moment zu Moment ruhig und geradeaus – und überrascht mich selbst. Wenn ich diesen Punkt erreicht habe, greift mich auch keiner mehr an. Hab ich leider erst so mit 60 Jahren entdeckt. Das hätt ich im Berufsleben auch schon eher gebrauchen können. Naja, besser spät als nie.

Also, mach was draus!
In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Urlaub!

Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)

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Re: Getäuscht

Beitrag von meinrad » Donnerstag 25. Januar 2018, 10:09

Also ich traue Anwälten und vergleichbaren Interessenvertretern ja einfach grundsätzlich nicht
aber das kann ich der armen Cestca ja nicht sagen

die haben ein Ziel, das muss nichts Anständiges sein,
bei vielen, die ich kennengelernt habe würd ich eine
Déformation professionnelle diagnostizieren.
wieso soll denen etwas an einem Ausgleich mit mir liegen.
.... lasst uns froh und munter sein !

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Re: Getäuscht

Beitrag von Cestca » Donnerstag 25. Januar 2018, 23:17

Vielen Dank Nirbheeti, auch mit einigem aus deinem Beitrag werde ich nächste Woche in Ruhe in mich gehen. Nur schon der andere Blickwinkel "wieso habe ich mich täuschen LASSEN" führt von den wenig zielführenden Selbstzweifeln hin zum aktiven Tun: Analysieren, Überdenken, künftig rechtzeitig erkennen.

Meinrad, dass der Gegenseite an einem Ausgleich mit mir liegt, hat in der Regel ganz pragmatische Gründe. Wie hier: Die wollen bauen, wir haben Einwände, wenn man sich einigt, geht das viel schneller (und günstiger) als ein Entscheid durch das Gericht und können sie rascher bauen. Um Harmoniebestreben geht es also in der Regel nicht. Ohne ein Minimum an gegenseitigem Vertrauen und vernünftiger Umgangsweise miteinander bringt man aber keinen Kompromiss hin.
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Re: Getäuscht

Beitrag von Waldeule » Freitag 26. Januar 2018, 08:06

Liebe Cestca,

als ich deinen ursprünglichen Beitrag gelesen habe, dachte ich gleich: das ist so eine von diesen spirituellen Prüfungen, die einen zuerst mal in tiefes Zweifeln an sich selbst stürzen.
Dabei geht es tatsächlich darum verunsichert zu werden, weil man sich vielleicht inzwischen zu gemütlich auf einem bestimmten Level seiner Entwicklung eingerichtet hat. Deine Intuition war zuverlässig und Mensch neigt dann dazu, bequem zu werden. Passt schon, reicht, damit kann ich leben ;)

Offensichtlich ist aber irgend ein Anteil in dir der Meinung, dass du noch viel höher klettern kannst. Möglicherweise geht es darum, über die Intuition in eine noch tiefere Verbindung mit dem jeweiligen Anderen (egal ob Freund oder Gegner) zu kommen. Du hast dich an deiner Intuition vorbei von irgendetwas blenden lassen - vielleicht etwas, was du selbst gerne noch mehr integrieren möchtest (und weil das noch nicht vollständig geschehen ist, auf den An-Schein herein gefallen bist - nur eines von mehreren denkbaren Beispielen). In tieferer Verbindung mit dir selbst und den Anderen kann das nicht mehr passieren.

In einer Sache widerspreche ich dir, liebe Nirbheeti, aus tiefster Überzeugung: wer sich auf sein Herz nicht verlassen kann, ist dort noch nicht ganz angekommen. Das Herz ist der tatsächliche Sitz des Bewusstseins - da bin ich ganz auf der Linie uralter Überlieferungen (auf denen auch JSJ beruht!). Alles andere ist das christlich-abendländische Dogma von immer weiter-höher-schneller, mit dem man niemals wirklich bei sich selbst ankommt. Das Herz verbindet die scheinbaren Gegensätze von zyklischem und linearem Bewusstsein - doch hier endet der Verstand und beginnt die Mystik...und das erwachte Herz.
So wie das Blut aus dem Herz in den ganzen Körper verteilt wird, um auch wieder im Herz anzukommen, so wie der Atem sich aus der Stille ausbreitet und in sie zurückkehrt, genauso breitet sich Bewusstsein über geistige Höhenflüge aus - bevor es sich, in die Stille des Herzens zurückgekehrt, dort vergöttlicht.

Herzlich
Waldeule
Humor...
... ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt - J. Ringelnatz -
... ist der Regenschirm der Weisen - E. Kästner-
... fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt - H. Hesse -

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Re: Getäuscht

Beitrag von meinrad » Freitag 26. Januar 2018, 08:40

Cestca hat geschrieben:
Donnerstag 25. Januar 2018, 23:17
Ohne ein Minimum an gegenseitigem Vertrauen und vernünftiger Umgangsweise miteinander bringt man aber keinen Kompromiss hin.
Das muss ja auch gar nicht immer sein
wenn die Forderungen der Gegenseite
unverschämt genug sind
hab ich auch gar keine Lust auf einen Kompromiss.

Ich betrachte, was ich erlebt habe, eine Verleumdungsklage mit völlig aus der Luft gegriffenen,
erfundenen Behauptungen auch nicht als ein Lerngeschenk, sondern als eine Granatensauerei
und ich hab dann auch gar keine Lust, die Lumpen auf der anderen Seite zu verstehen und einen
Kompromiss zu finden. Klageabweisung und Übernahme der Kosten für das Lumpenpack,
das selbst in der Mediation noch mit weiteren Lügen und Unterstellungen eskaliert hat.
Nach dem Motto, wenn Lügen schon mal in den Protokollen stehen, wird schon irgend ein
verschnarchter Richter irgendwas dran für richtig halten und sich um "einen Ausgleich" bemühen.
.... lasst uns froh und munter sein !

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Re: Getäuscht

Beitrag von AnnSophie » Samstag 24. März 2018, 11:59

:danke: Meinrad
hab gerade zufällig deinen letzten Beitrag - gepaart mit deiner aktuellen Signatur: " ....lasst uns froh und unter sein !" (wieder) gelesen.
Was für eine geniale Situationskomik, you made my day. Für solche Momente lieb ich das Forum.

Vielleicht ist das ein Unterschied zwischen Frauen und Männer? Arbeitsthese:
Wir glauben an die Kooperation und dass man immer zusammenarbeiten muss/will und Männer stellen das durchaus auch bewusst in Frage. (Meine eher den Archetyp als das tats. biolog. Geschlecht)
D.h. wenn frau nicht kooperieren will, drückt sich das eher unbewusst aus und mann zeigt es durchaus auch bewusst, hab keine Lust auf Dich/Euch.

Vor kurzem habe ich entdeckt, dass bei den alten Griechen die Göttin Harmonia Tochter von Aphrodite (Göttin der Liebe & Schönheit) und Ares (Gott des Krieges) ist.

Und Cestca wie ist's für Dich / in Dir weiter gegangen?

Auch das Thema Herz / Hara (Waldeule/Nirbheeti) wartet auf eine Reprise / Wiederaufnahme.... vielleicht muss es noch ein bißchen verdaut werden, zumindest in mir.
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Re: Getäuscht

Beitrag von Cestca » Samstag 24. März 2018, 13:19

Das Bauunternehmen schob die Verantwortung für die Geschehnisse auf die Gemeinde, die Gemeinde wiederum auf das Bauunternehmen. Wer wann was mit wem hinten herum gemauschelt (ist das ein Helvetismus oder gibt es das Wort auch bei euch?) hat, kann nicht genau nachvollzogen werden. Es scheint immerhin, dass in dem Moment, als wir alle noch zusammen am Verhandlungstisch sassen, dies noch nicht geplant war. Sie haben uns damals also nicht glatt ins Gesicht gelogen. Das rehabilitiert mein Bauchgefühl etwas.

Die Vereinbarung beinhaltete eine Einwilligung meiner Klienten, ohne welche nicht gebaut werden konnte. Diese Einwilligung zogen wir unter den gegebenen Umständen zurück, was zu einem faktischen Baustopp führte. So etwas wirkt besser als jedes Gerichtsverfahren :twisted: Die Weichen sind nun so umgelegt, dass doch wieder die ursprüngliche, gemeinsame vereinbarte Lösung zum Zug kommen soll.

Meinrad, natürlich muss man sich nicht zu einem Kompromiss herblassen, wenn man ungerechtfertigt angegriffen oder mit unverschämten Forderungen konfrontiert wird. Da muss man voll auf Abwehr gehen. Ich rede von Situationen, wo beide Seiten ein Interesse an einer raschen und kostengünstigen Lösung haben. Anwälte, wie du sie schilderst, gibt es leider tatsächlich, auch hier. Die verstossen dann durchaus auch gegen die Interessen ihrer eigenen Klientschaft, um mehr Aufwand und damit Honorar zu generieren. In den öffentlich-rechtlichen Bereichen, in welchem ich hauptsächlich tätig bin, geht es zum Glück in der Regel anders zu und her.

Liebe Grüsse
Cestca
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