Deutscher Fachverband für JSJ :-)

Es gibt jetzt einen eigenen Fachverband für JSJ. Wissenswertes und Fragen dazu finden sich hier.
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AnnSophie
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Re: Deutscher Fachverband für JSJ :-)

Beitrag von AnnSophie » Donnerstag 29. März 2018, 21:49

Liebe Amélie,

spannend was Du schreibst und als Unterschied aufmachst. So hab ich das noch nie gesehen. Was ist für Dich harmonisieren, was heilen? Was Harmoniesierungskunst was Heilkunst? :?:

Ich hätte es bis jetzt unterm Strich als was sehr eng verwandtes wenn nicht letztendlich gleiches gesehen ... bei beidem geht's ums ein Gleichgewicht und ganz sein bzw. werden. Das eine Wort kommt aus dem griechischen das andere aus dem althochdeutschen. Ich hab das Bild, dass wir - so lange wir leben - gleichzeitig in Harmonie, ganz & heil und verletzt und in Disharmonie sind. Falls es Dich meine Sicht genauer interessiert: viewtopic.php?f=42&t=5523&p=50277&hilit ... use#p50277) ... vielleicht wird heil sein mit dem ganzen religösen/spirtuellen Unterbauch von der Wortbedeutung im deutschen umfassender/größer verwendet, als in Harmonie sein.

Bin interessiert wie Du / andere das sehn.

Herzlich

AnnSophie
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Amélie
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Re: Deutscher Fachverband für JSJ :-)

Beitrag von Amélie » Dienstag 3. April 2018, 13:24

Liebe AnnSophie,

danke für deine wunderbare Frage - ich bin die letzten Tage unterwegs gewesen, immer mit diesem Thema, deiner Frage und meiner sich ausformenden Antwort darauf im Kopf.
Glücklicherweise habe ich mir auch deinen MC-Artikel noch einmal hervorgeholt und deinen Beitrag ein weiteres Mal gelesen.
Es ist DOCH eine Sache der Worte, Wortklauberei ;) , also die Frage, wie definiere ich Heil(sein) und wie Harmonie.
Als ich das Wort "Heilkunst" gelesen hatte, kamen mir Begriffe wie "Heilmethode", "Heilkundige", "heilen" in den Sinn, alles im Sinn von "gesundmachen". Ich habe mit "Heilkunst" eher ein Machen für die Gesundheit assoziiert - war kurz zuvor von jemandem gefragt worden, ob wir beimJSJ auch lernen, wie man bestimmte Organe heilt.
Und "Harmonisierungskunst" war für mich eben genau das, was du so schön in der Überschrift deines Artikels als "die Kunst des Annehmens" bezeichnest. Ja, mir geht es auch um die Akzeptanz dessen, was ist, und dazu gehört alles, was ist.
Als ich gerade eben noch einmal deinen Beitrag mit der Frage gelesen hatte, sah ich erst, dass du von Harmonie und Disharmonie sprachst. An die Disharmonie hatte ich gar nicht gedacht, sie ist bei mir Teil der Harmonie - ein Grund mehr, eher von Heilsein, von Heilkunst zu sprechen, das beides in sich vereint.

Und dennoch, wenn ich beide Worte, "Heilkunst" und Harmonisierungskunst", im Geiste "ausprobiere", fühlt sich "Harmonisierungskunst" immer noch runder, allumfassender für mich an im Sinne von "Es ist wie es ist und wie es ist, ist es". Bei "Heilkunst" bleibt in meinem Geiste das "heilen" im Sinne von "kurieren, etwas machen", zu stark. Selbsterkennnis, die zu erlangen es im JSJ ja geht, kann man nicht machen. Wir können unsere Hände mit dem Verlangen nach Bewusstsein auflegen, aber wir können es nicht herbeiführen durch das Auflegen unserer Hände, also auch nicht das Gesund-, Heilwerden.
Und hier schließt sich der Kreis: Harmonie kann ich genauso wenig machen. Also bleibt es dabei: alles eine Frage der Definition(?).

Ich glaube, ich wähle demnächst bevorzugt die Worte "Kunst des Annehmens", wenn mich jemand nach JSJ fragt.

Nochmals danke, liebe AnnSophie, mein Bewusstsein fühlt sich nach all diesen Überlegungen etwas weiter an. ;)

Alles Liebe
Amélie
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Nirbheeti
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Re: Deutscher Fachverband für JSJ :-)

Beitrag von Nirbheeti » Dienstag 10. April 2018, 23:15

Liebe Amélie, liebe AnnSophie,

für mich war Jin Shin Jyutsu in den 1980ern bis zur Pensionierung 2005 vor allem und nur Gesunderhaltung. Erstens war ich so gepolt, quasi als Gesundheitsministerin meiner Familie und auch meiner Grundschulklassen. Die Gewissheit, bei einem Bluter die Blutung stoppen zu können, bis ich an Hilfe kam z. B. im Wald, auf dem Deich an der See (und Handys gab's noch nicht!), war eine gute Absicherung bei Landheimaufenthalten.

Von 1984 an trat dann Meditation und Selbsterfahrungsgruppen in mein Leben. 1990 bis 1992 habe ich die ersten drei großen Kurse besucht - und hab immer noch nicht geschnallt, dass es um Selbsterkenntnis und damit auch um Meditation ging. Marys Selbsthilfebücher waren noch nicht ins Deutsche übersetzt.

2005 startete ich mit dem Vorhaben in den Ruhestand, jetzt Meditation und Jin Shin Jyutsu mit einander zu verbinden und Selbsthilfekurse zu geben. Ich nehm zu ersten Mal wieder ein Programm in die Hand und mir fallen fast die Augen aus dem Kopf: Matthias Roth bietet einen Kurs an: 4 Tage mit den 8 Mudras des Jin Shin Jyutsu - in Schweigen! Ich muss nichts tun - alles ist schon da!!!

Jetzt bin ich alt geworden und habe Jahre mit viel Krankheit in der Familie erlebt, für die auch nach immer mehr Kursen doch oft Hilflosigkeit blieb. So ist der Wunsch nach effektivem Tun in Sachen Gesundheit wieder sehr wach geworden. Aber die Post ging erst richtig ab, als ich bei Matthias die 5 Wochenenden von "Jin Shin Jyutsu erforschen" mitgemacht habe. (Dass er, der die Bücher mit übersetzt hat und damals in den großen Kursen übersetzte, nun nicht mehr dazu gehören soll, halte ich für ein Armutszeugnis. Ganz davon zu schweigen, dass für uns jegliche Transparenz fehlt.)

Ich würde es für sinnvoll halten, diese drei großen Schwerpunkte auch in der Organisation zu achten und ihnen Raum zu geben: Jin Shin Jyutsu für die Selbsthilfe auf allen Ebenen, für das geistig seelische Wachstum mit und durch Meditation und für das gelebte Mitgefühl in der Berufsausübung als Jin Shin Jyutsu Praktiker, wie sie der Fachverband anstrebt. Wichtig ist doch nicht, ob David Burmeister das für notwendig oder überflüssig erachtet, sondern was die Praktiker in ihrer Situation als notwendig und hilfreich erkannt haben und brauchen.

Jin Shin Jyutsu kann sich nämlich in jeder Lebenssituation als segensreich erweisen.
Warum eine auslassen?
Warum in Scottsdale und Bonn in Konkurrenzdenken verfallen?
Warum hier im Stömforum eine Spielart subtil abwerten als "Gesundmachen"?
Manches ist erlernbar, in manches muss man hineinwachsen und so lange Geduld mit sich selber haben.
Ich habe mir das so gewünscht:
Wissen wohin ich meine Hände am wirkungsvollsten lege, so dass mein Mann, der früher immer nichts gemerkt hat, jetzt von sich aus sagt: Du, das hat jetzt aber geholfen! Dieser Wunsch geht grad in Erfüllung. Und das spornt mich nur weiter und weiter an. Trotzdem kann ich mir bewusst bleiben: Nicht ich heile jemand anderen. Der Andere nutzt die Energie vielleicht zum Gesundwerden, vielleicht aber auch sein Leben mit einer Krankheit oder anderen Einschränkungen anzunehmen und zu gestalten oder ein langes Siechtum zu vermeiden.

In diesem Sinne - und nachdem ich gerade eine dicke fette Spinne nach draußen verfrachtet habe:
eine gute Nacht - und danke für diese Diskussion hier.

Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)

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Re: Deutscher Fachverband für JSJ :-)

Beitrag von AnnSophie » Mittwoch 11. April 2018, 19:57

Liebe Amélie, Nirbheeti,

danke für Eure Beiträge, die meine Sicht erweitern.

Für mich ist das Eigentliche jenseits der Worte (0), mit den Worten beginnt eine Begrenzung. (Am Anfang war das Wort...) Diese konkrete Formgebung (1-26) ist sicherheitsstiftend, manifestierend, erblüht und trägt Früchte und irgendwann kann sie auch wieder zu eng begrenzend werden .... jede Form, jeder Fokus, jede Geschichte, jedes Wort hat seine Zeit - wie es Hesse im Gedicht Stufen beschreibt. Und dann ist es Zeit für einen Neubeginn in der Quelle (0) jenseits jedes Wortes, jenseits jeder Form im No-Thing - für jede und jeden im ureigenen Rhythmus.

Berührt hat mich auch die Antwort von einer Teilnehmerin im Living the art Kurs .... Sie wollte immer wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält und hat das im JSJ gefunden.

: 26

AnnSophie
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